Jul 31

Der Durchschnitt an Leistungen aus dem Bafög betrug im Jahr 2013 448 Euro pro Student. Doch seit bereits vielen Jahren wird die Höhe als zu gering bemängelt. Kritik kommt von den Studenten selbst, aber auch aus Wirtschaft und Politik. Blicken wir auf das Jahr 2012, so waren fast 1 Million Leistungsempfänger (Schüler & Studenten) verzeichnet. Das entspricht ungefähr einer Steigerung von 1,7 Prozent zu dem Jahr 2011. Bei den Schülern fiel jedoch die Zahl um 3,4 Prozent (- 308.000), während bei den Studenten die geförderte Anzahl deutlich stieg (+ 671.000).

Der durchschnittliche Satz pro Schüler und Monat lag bei ungefähr 401 Euro, beim Studenten belief sich dieser Betrag auf 448 Euro. Gleichzeitig stiegen auch damit die Ausgaben des Bundes und der Länder für die Bafög Leistungen um 3,1 Prozent. In Geld bedeutet dieses, Mehrausgaben von 3,3 Milliarden Euro. Fast 50 Prozent der Bafög Empfänger erhielten den maximalen Satz beim Förderbetrag. Dieser ist grundsätzlich von verschiedenen Punkten abhängig. Dazu zählt das Einkommen der Eltern oder des Ehepartners aber auch die Art der Ausbildungsstätte.

Kritik wurde laut

Bafög zu gering
Das Deutsche Studentenwerk hielt sich dieses Mal sichtlich mit Kritik zurück. Hingegen sah sich der Deutsche Gewerkschaftsbund alarmiert und sieht die jetzigen Fördermittel als nicht ausreichend an. Die Zahlen der Studenten steigen ständig. Die Fördersummen entsprechen nicht mehr dem aktuellen Bild und müssten deutlich angehoben werden, kritisierte die Gewerkschaft. Die Linken verlangten sogleich eine Anhebung auf 10 Prozent.

Bildungsministerium ist am Gange

Das Bildungsministerium hat dieses Problem, nach eigenen Angaben, erkannt und arbeitet derzeit an einer neuen Bafög Novelle. Mit den Ländern stehe man bereits in Kontakt und versuche eine Lösung zu finden. Laut der Ministerin Johanna Wanka (CDU) soll sich künftig der Fördersatz mehr an der unterschiedlichen Lebenswirklichkeit des Studenten orientieren. Man wünsche sich eine Flexibilisierung.

Die SPD hat sich letztlich aber auch in die schwebende Debatte eingeklinkt und bezeichnet die zeitigen Vorschläge als „warme Worte“. Bislang gebe es in den Haushaltsplänen bis zum Jahr 2017 keine weiteren Mittel.

Auslandsstudenten gestärkt

Auslandsstudenten wurden nun durch eine Entscheidung vom höchsten EU Gericht gestärkt.  Demnach dürfe Deutschland die Förderung für ein EU Auslandsstudium nicht mehr von der Wohnsitz-Regel abhängig machen. Bislang galt die deutsche Regelung für Studenten. Diese besagte, dass ein Student nur dann die staatliche Förderung bekommen könne, wenn er zuvor mindestens 3 Jahre im Inland gewohnt habe. Dieses verstößt nach dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg nun gegen geltendes EU-Recht.

Foto: Fionn Große / pixelio.de

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