Jan 08

Mehrere Jahre Studium neigen sich dem Ende zu und die große, weite Berufswelt lockt. Endlich das erworbene Wissen anwenden, eigenes Geld verdienen und die Karriere aufbauen, das sind die Wünsche der meisten Hochschulabsolventen. Doch auch wenn Akademikern grundsätzlich gute Chancen ausgerechnet werden, Jobs zu bekommen, ist der Uniabschluss noch lange kein Freifahrtschein auf dem Arbeitsmarkt.

Praktika, Mini-Jobs, Zwangsauszeiten…

Studenten nach der UniLaut dem Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung lag die Arbeitslosenquote unter Akademikern 2011 bei nur 2,4 Prozent – eine erfreulich niedrige Zahl. Wie so oft muss aber auch diese Statistik mit Vorsicht genossen werden. So starten Absolventen ihre Karriere oft in unbezahlten Praktika, Mini-Jobs, oder völlig fachfremden Gebieten, statt im erhofften Traumjob. Mittlerweile trumpfen fast alle Hochschulabsolventen mit hochglanzpolierten Lebensläufen auf. Hochrangige Praktika, top Uni-Noten und jede Menge Auslandserfahrung gehören schon fast zu den Mindestanforderungen. Da fällt es schwer, sich auf dem Berufsmarkt erfolgreich zu differenzieren. Besonders schwer haben es Geistes- und Sozialwissenschaftler beim Start der Karriere, wohingegen Betriebswirtschaftler, Ingenieure und Naturwissenschaftler bessere Aussichten haben, zeitnah Jobs zu finden.

Arbeitssuche, aber wie?

Viele Studenten wissen auch nach dem Abschluss noch gar nicht so richtig, wo es beruflich hingehen soll. Dann ist es wichtig, die eigenen Stärken und Vorlieben genau zu analysieren. Je klarer die eigenen Vorstellungen sind, desto besser kann man sich auf dem Arbeitsmarkt positionieren und gegebenenfalls auch eine Nische für die eigene Karriere auftun. Jobbörsen bieten für die Suche einen guten, groben Überblick. Allerdings bewerben sich auf die dort ausgeschriebenen Stellen häufig sehr viele Arbeitsfreudige, weshalb die Konkurrenz enorm groß ist. Deshalb ist Eigeninitiative bereits beim Start der Karriere gefragt. Initiativbewerbungen und Netzwerken sind heute wichtiger denn je. Die Mitgliedschaft in Almuni-Foren, Hochschulgruppen, oder Berufsnetzwerken kann neue Türen öffnen und auch das Career Center der Uni verfügt über eine große Datenbank mit Jobs. Branchenspezifische Medien veröffentlichen regelmäßig Stellenanzeigen, in denen sich auch hochspezialisierte Jobs finden lassen. Wichtig für die Karriere ist es auch, den Horizont zu erweitern und links und rechts des durch das Studium vorgegebenen Weges nach interessanten Betätigungsfeldern Ausschau zu halten.

Arbeitslos nach dem Studium?

Übrigens: Wer nach dem Studium nicht direkt in den Job starten kann, muss sich nicht unbedingt arbeitslos melden, kann aber bei der Bundesagentur für Arbeit fachliche und finanzielle Unterstützung erhalten. 359 Euro im Monat plus Zuschüsse für Miete und Versicherung sind hier möglich, allerdings darf ein durch die Agentur vermittelter Ein-Euro-Job dann nicht abgelehnt werden, egal wie abwegig er auch sein mag.
Das Wichtigste aber während der Zwangspause nach dem Studium ist, nicht aufzugeben und auch längere Durstrecken mit der beruhigenden Gewissheit durchzustehen, dass ein Job mit Sicherheit nicht ewig auf sich warten lässt und die Karriere irgendwann so richtig an Fahrt gewinnen wird.

 

Bild: Vrede van Utrecht/Flickr.

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