Mai 16

Viele studienwillige Abiturienten stehen vor einer schwierigen Entscheidung: Private oder staatliche Hochschule? Vorurteile gibt es viele. Absolventen privater Unis verdienen mehr und sind erfolgreicher, öffentliche Universitäten haben dafür den besseren Ruf und fördern das Studentenleben. Doch ganz so einfach ist es nicht und die Zeiten der Pauschalurteile sind vorbei, wenn es um die Wahl der richtigen Hochschule geht.

Ist die Ausbildung an privaten Hochschulen wirklich besser?

HochschuleIn vielen Aspekten haben bei Ratings und Ausbildungsvergleichen die privaten Hochschulen die Nase vorn. Allerdings ziehen die öffentlichen Einrichtungen nach. Und nicht nur das. Häufig ist auch die Forschung an öffentlichen Universitäten umfangreicher und renommierter. Und eben diese Forschung ist es auch, die den Studenten zugutekommt und eine qualitativ hochwertige Lehre sichert. Dafür sind die privaten Hochschulen meistens eher praktisch orientiert, konzentrieren sich auf die Vermittlung von berufsrelevanten Inhalten und pflegen intensive Kontakte zu großen und beliebten Unternehmen. Das kommt bei Arbeitgebern gut an. Auf der anderen Seite zeigt sich bei Unternehmen aber nach wie vor die Tendenz, Absolventen von öffentlichen Hochschulen mehr Durchsetzungsfähigkeit und Biss zu unterstellen. An privaten Unis gibt es keinen Kampf um den Seminarplatz, Praktika und Auslandaufenthalte werden oft vermittelt und auch sonst steht stets jemand mit Rat und Tat zu Seite. Wem es dann gelingt, einen sehr guten Abschluss an einer staatlichen Hochschule zu erbringen, an der es all diesen Komfort oft nicht gibt, der hat gute Chancen auf einen erfolgreichen Karrierestart.

Die Wahl der Hochschule ist auch eine Frage des Geldes

Die Kosten für ein Studium an einer privaten Hochschule übersteigen die eines Studiums an einer öffentlichen Uni um ein Vielfaches und liegen nicht selten im mittleren vierstelligen Bereich pro Semester. Entsprechen tummeln sich an den privaten Einrichtungen meistens auch die Kinder etwas betuchterer Eltern – doch nicht nur. Dank Stipendien und Förderstiftungen haben auch Studenten ohne solides finanzielles Polster die Möglichkeit, in den Genuss der privaten Ausbildung zu kommen. Natürlich kann auch für das Studium an einer privaten Hochschule Bafög beantragt werden. Dazu muss die Einrichtung allerdings staatlich anerkannt und akkreditiert sein, sonst zahlt das Bafög-Amt nicht. Auf die staatliche Anerkennung sollte bei der Wahl einer privaten Hochschule allerdings ohnehin immer geachtet werden, denn nur dann ist der Abschluss auch wirklich etwas Wert. Wofür auch immer angehenden Studenten sich entscheiden und ob sie ihr Glück an einer privaten oder öffentlichen Hochschule versuchen möchten, eines zählt in jedem Fall: Persönlicher Einsatz und Motivation.

Bild: Rainer Sturm/pixelio.de

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