Aug 05

Wer heute studieren möchte, kommt ohne Internet nicht mehr aus. Auch die Universitäten rüsten nach und nach auf. In den nächsten 10 Jahren werden sich die klassische Vorlesung und die Uni-Klausuren, die heute beinahe altmodisch erscheinen, vielfach ändern. An einigen Hochschulen ist es schon heute Realität, dass Studenten E-Klausuren am Computer schreiben. Die Vorteile liegen auf der Hand. Die Abwicklung und Kontrolle gehen schneller und geordneter. Risiken bestehen dennoch. Sollte der Server abschmieren oder ein Hackerangriff erfolgen, kann sich das direkt auf das Lernen und die E-Klausuren auswirken. Bekannt für E-Klausuren ist die Uni Mainz, indem die Medizinstudenten, als sei es immer schon so gewesen, den Abschlusstest einfach mit einem Mausklick durchführen. Nicht nur die Kontrolle der Arbeiten verläuft schneller. Durch E-Klausuren lassen sich auch größere Teilnehmerzahlen bewältigen.

Studentenleben ohne Internet undenkbar

Was sich in den Hochschulen und Universitäten erst langsam entwickelt, ist im Studentenleben bereits Gang und Gebe. In den Studenten-WGs und Wohnheimen geht es ohne Internet heute nicht mehr. Dabei ist vor allem das mobile Internet ein wichtiger Faktor. Notebook, Tablet und Smartphone gehören zu jedem Studenten. Aber nur wenige entscheiden sich dabei für einen festen Mobilfunk-Vertrag, wenn es um das mobile Internet geht. Die meisten legen Wert auf Flexibilität und entscheiden sich für Handy-Verträge ohne Flat. Kostenunterschiede gibt es zum regulären Vertrag dabei heute kaum noch. Auch die Leistungen sind praktisch identisch. Immer mehr Anbieter offerieren zudem sogenannte Business-Tarife, die auf die Bedürfnisse der Studenten zusammengeschnitten sind. Dabei bestehen sowohl Angebote mit und ohne Business-Endgeräte. Liegen die Wohnungen in direkter Nähe der Uni, stehen zudem kostenlose WLAN-Netze zur Verfügung, die durch Studenten genutzt werden können.

Online Kurse nehmen zu

Doch die Hochschulen und Universitäten versuchen aufzuholen. Neben E-Klausuren sind es vor allem die Online-Kurse, die auch MOCS genannt werden, die sich neuer Beliebtheit erfreuen. Der Trend kommt aus den USA. Hierzulande zeigen sich aber viele Unis noch sehr zurückhaltend oder verweigern gar die Möglichkeiten. Dabei zeigen die Erfolge aus den Staaten, das MOCS Erfolge bringen, wenn Umsetzung und Organisation stimmen. In Mainz wurden seit Einführung der Online-Prüfungen im Jahr 2004 über 180.000 E-Klausuren geschrieben. Im Sommersemester 2013 waren es rund 16.200. 40 Prozent der E-Klausuren fanden im Bereich Medizin statt.

Auch die Universität in Gießen setzt seit 2007 auf E-Klausuren. Testweise zunächst jedoch für kleinere Kurse. In den letzten Monaten kam es jedoch zu einem Plus von über 25 Prozent. Doch die Erfolge sind nicht überall positiv. So scheiterte die Uni Hamburg komplett und stoppte daraufhin die E-Klausuren. Ein Rückschritt. Offiziell wird das Scheitern durch die hohen technischen Probleme und finanziellen Kosten erklärt.

Risiken sind aber unvermeidlich. So kämpfte vor einiger Zeit die Uni Zürich bei den E-Klausuren, als der Server mitten in der Online-Prüfung zusammenbrach. Die Folge: Hunderte von Jura-Studenten mussten den Test wiederholen. Allerdings dürfte sich die Gefahr solcher Risiken mit dem Ausbau der Technik-Infrastruktur minimieren lassen. Doch eine Frage bleibt dabei: Wie sollen die Universitäten den Sprung von dem traditionellen hin zum digitalen Lernen finanziell bewältigen? Hier klaffen große Lücken.

 

 

Bild: Universität Salzburg (PR)/Flickr

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