Sep 21

Mobbing ist in unserer modernen Gesellschaft ein erschreckend weit verbreitetes Phänomen. In der Schule, am Arbeitsplatz und verstärkt auch unter Studenten tritt der Psychoterror auf. Der Begriff Mobbing stammt vom englischen ‚mob‘ (zusammengerotteter Pöbel, Bande) und wurde zuerst in der Verhaltensforschung angewandt. Dort bezeichnete Mobbing den Angriff einer Gruppe Tiere gegen einen Eindringling. Auch der Mensch als soziales Wesen verbündet sich gerne mit seinesgleichen – und ist auch mit dabei, wenn die Gruppe gezielt ein Opfer quält, schikaniert oder ausgrenzt.

Mobbing hat viele Gesichter

Wo Mobbing bei Studenten anfängt, ist schwer zu sagen. Manch einer fühlt sich schon von kleinen Sticheleien gequält, der nächste erst bei groben Beleidigungen. Sobald das Opfer aber beginnt, die Kommentare oder das Verhalten seiner Kommilitonen als Belastung und Verletzung zu empfinden, spricht man von Mobbing.

Wenn der Unialltag zum Horror wird

Die Ursachen für Mobbing unter Studenten liegen vor allem im steigenden Leistungs- und Konkurrenzdruck nach Einführung der Bachelorstudiengänge. Häufig werden ohnehin schon schüchterne Studenten, mit geringem Selbstbewusstsein zu Opfern auserkoren und systematisch erniedrigt. Dabei ist der Prozess meist schleichend und geht nicht nur von den Studenten selbst, sondern unter Umständen sogar von den Professoren aus.

Mobbing von Depressionen bis Gewalt

Mobbing kann in verschiedenen Formen vorkommen. Unterschieden wird beispielsweise in Mobbing durch körperliche Gewalt, verbales Mobbing und stummes Mobbing. Verbal meint dabei das gezielte Streuen von Gerüchten über das Opfer sowie Lästereien und Beleidigung. Beim stummen Mobbing wir das Opfer von den Studenten dagegen vollständig geschnitten und durch Ignoranz aus der Gemeinschaft gedrängt. Dabei zieht Mobbing sowohl psychische als auch physische Folgeerkrankungen nach sich. Psychische Gewalt setzt im Hirn die gleichen Schmerzmechanismen wie körperliche Gewalt in Gang. Vermindertes Selbstwertgefühl, Scham und Depression plagen die Betroffenen und sogar posttraumatische Belastungsstörungen können resultieren. Die universitäre Leistung der Opfer nimmt durch die seelischen Grausamkeiten ab und in letzter Konsequenz muss zuweilen das Studium abgebrochen werden.

Was tun bei Mobbing an der Uni?

Mobbing unter Studenten ist besonders schlecht in Griff zu bekommen, da die Betroffenen nicht einfach die Uni wechseln können und damit den Qualen entgehen. Auch konkrete Ansprechpartner fehlen häufig. Einige Universitäten bieten ihren Studenten aber Beratungsstellen als erste Anlaufstelle an.

Hilfe findet sich auch in Foren im Internet, in denen sich die Opfer mit anderen Betroffenen austauschen können. So kann die Erkenntnis, nicht allein mit dem Problem zu sein, bereits als sehr hilfreich empfunden werden. Am wichtigsten ist allerdings, dass eine Vertrauensperson zur Seite steht, der man sich öffnen kann und die Beistand liefert und hilft, das Selbstbewusstsein zu stärken. Für Mobbing kann das Opfer selbst nichts – diese Einsicht sollten betroffene Studenten sich stets vor Augen halten.

Bild: Stadsarchief Breda/Flickr.

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