Nov 08

Sind Wohnungen knapp und teuer, blüht nicht nur der Handel nebenbei, sondern auch die unverschämten Angebote nehmen zu. Hier stehen besonders junge Studentinnen im Fokus. Wer als Studentin mit einer Online-Anzeige in einem Kleinanzeigenmarkt auf die Suche nach Wohnraum in Berlin geht, muss so einiges erleben, das tief unter die Gürtellinie reichen kann. Viele Vermieter nutzen die Wohnungsnot von Studentinnen gerne zu ihrem eigenen Vorteil. Dabei geht es nicht selten um kleine Gefälligkeiten, die mit der Vermietung verbunden sind. Nebentätigkeiten und auch Sex sind dabei Punkte, die von vielen Studentinnen erbracht werden sollen. Sittenwidrig sind solche Angebote allemal. Auch strafrechtlich bedenklich. Wer einer jungen Studentin Geld für Sex anbietet oder dafür im Gegenzug eine Wohnung ermöglicht, kann sogar strafrechtlich (selbst wenn die Studentin bereits 18 Jahre alt ist. Gilt als Menschenhandel) verfolgt werden. Doch da wo die Wohnungsnot so groß ist, gibt es nur wenige Kläger. Viele Frauen sind empört, doch einige von ihnen gehen aus der Not auf diese sittenwidrigen Angebote ein. Oft haben sie keine andere Möglichkeit.

Studentin in die Falle gelockt

Nicht selten kommt es vor, dass Studentinnen in die Falle gelockt werden. Angeboten wird dabei immer eine Mietminderung gegen sexuelle Leistungen. Einige unseriöse Vermieter offerieren die Wohnung als Wohngemeinschaft mit zwei Frauen. Das zieht vor allem Studentinnen an. Es gab Fälle, da haben Vermieter ganz bewusst so annonciert und junge Frauen angelockt. Dabei stand zwar eine Wohnung zur Verfügung, eine Wohngemeinschaft war darin nicht zu finden. Der Vermieter erklärte dann im Weiteren, dass er diese günstig oder sogar kostenlos vermieten würde, wenn die junge Studentin das Bett mit ihm teilen würde. Sex für Miete lautet das Motto, das immer öfters auch in Berlin die Runde macht. Nur wenige Fälle werden tatsächlich bekannt. Die Hemmschwelle sinkt. Es gibt immer wieder Frauen, die auf diese Angebote eingehen. Aus Not. In ganz Deutschland ist das zu finden. Betroffen sind vor allem Städte mit vielen Studenten. Einige Vermieter schreiben bereits in der Anzeige indirekt das, was sie von der Studentin erwarten. Da wird dann auch ganz unverhohlen von der BH-Größe gesprochen. Ein Vermieter hatte sogar offen in die Anzeige auf einer Immobilienplattform geschrieben, dass er einmal pro Woche von der Studentin angepinkelt werden möchte. Die Vorfälle häufen sich.

Wie sich Frauen schützen können

Studentinnen, die einer Wohnung in Berlin oder einer anderen Stadt suchen und mit solchen Angeboten konfrontiert werden, sollten sich immer absichern. Dabei ist es wichtig, nie alleine zu einer Wohnungsbesichtigung zu gehen. Immer jemanden mitnehmen. Wer als junge Frau eine Wohnung über sucht und selbst eine Anzeige aufgibt, sollte niemals ein Foto von sich selbst mit veröffentlichen. Gerade Studentinnen machen das aber gerne. Das zieht vor allem solche unseriösen Vermieter an. Gestaltet sich das telefonische Gespräch für den Besichtigungstermin mit einem männlichen Vermieter schon zu Beginn an komisch, hilft es fast immer zu erwähnen, dass der Freund kurz mitkommt und eventuell miteinziehen möchte.