Nov 16

Der Anfang des Wintersemesters bringt nach wie vor Unistadt und Studenten ins Schwitzen. Grund dafür ist die akute Wohnungsnot, die seit Jahren in den großen und beliebten Städten vorherrscht. Eine Lösung des Problems ist auch für die nächste Zeit schwer realisierbar.

Die Untersuchung des Moses Mendelssohn Instituts, welches im Auftrag des Immobilienentwicklers GBI die Studie übernahm, lieferte kürzlich ernüchternde Zahlen. In Rund 19 Städten sei die momentane Wohnungssituation für Studenten am schwierigsten. Weit vorn liegen dabei München, Frankfurt am Main, Hamburg und Köln. Auch in Freiburg, Konstanz und Düsseldorf sei die Lage nicht viel besser. Laut der Studie stieg die Anzahl an Unistädten mit angespannter Wohnungslage von 32 auf 39. Die doppelten Abiturjahrgänge seien zwar überstanden, beispielsweise in NRW, allerdings nehme die Tendenz der Neu-Studenten in den nächsten Jahren dennoch extrem zu. Laut Statistik werde das Jahr 2020 voraussichtlich eine Rekordhoch verzeichnen.

Wohnheime werden gebraucht wie nie

Das Problem ist, dass die meisten Städte mit dem Bau neuer Wohnheime kaum hinterher kommen. Zwar ist der Bau in vielen Bundesländern bereits angelaufen, dennoch reicht es bisher nicht aus, dem Mangel an Wohnungen nach zu kommen. Dabei macht die ländliche Struktur der Städte oftmals einen Strich durch die Rechnung. Uninahe Wohnheime sind in Großstädten kaum realisierbar. Beispielsweise dürfen in Köln, im Innenstadt Zentrum, keine neuen Hochhäuser gebaut werden, um den mittelalterlichen Charakter der Stadt nicht zu gefährden. Wohnheime außerhalb der Stadt wären meist zu entfernt. Dann gibt es die nicht bebaubaren Grünzonen und zu guter Letzt kommt die Hochwassergefahr in unmittelbarer Rheinnähe dazu.
In NRW konnten allerdings seit 2010 bereits 3300 Wohnheimplätze neu gebaut und 1300 ältere ersetzt oder modernisiert werden. Auch sei die Situation in Städten, wie Hannover, Bielefeld, Kaiserslautern, Münster, Kassel, Würzburg und Osnabrück etwas entspannter. Bei Studenten beliebt sind oft moderne Ein-Personen-Apartments mit einer kleinen Kochzeile und Bad. In Wohnheimen sind solche Einheiten meist etwas größer. Die Durchschnittswarmmiete lag im letzten Jahr bei rund 244 Euro.

Den Ansprüchen gerecht werden

Trotz akuter Wohnungsnot zieht es Studenten weiterhin in die großen Metropolen und international anerkannte Unistädte. Hohe Mietpreise und kleine Wohnungen – falls sich überhaupt welche finden lassen – werden dabei akzeptiert. Anstatt sich in günstigere Quartiere, die möglicherweise auch etwas außerhalb der Stadt liegen können, einzumieten, bevorzugen Studenten nach wie vor die Nähe zu Bars, Kneipen oder Kulturangeboten. Das Angebot einer attraktiven Gegend ist nach wie vor schwierig abzuschlagen.

 

Bildquellenangabe: Michael Loeper  / pixelio.de